Archiv | September, 2012

Completing the Social Business Transformation: A Manifesto

30 Sep

Forrester Social Innovation Era by mattiasostmar

Completing the Social Business Transformation: A Manifesto 

Dan Woods in Forbes vom 28.09.2012

In vielen Artikeln aus unterschiedlichen Richtungen wurde in letzter Zeit darauf hingewiesen, dass der Hype um Social Media zumindest in Amerika langsam abnimmt. Ein Hintergrund dafür war sicherlich die erkennbare Sättigung, die auch für Deutschland daran ablesbar ist, dass bereits die Youngsters mit 9-10 Jahren fast komplett im Internet unterwegs sind, wie auch immer. Hinzu kamen die Turbulenzen um Facebooks Börsenauftritt. Dies hat jedoch nichts mit dem eigentlichen Fortschritt in Sachen Social Business zu tun.

Dan Wood beschreibt in seinem „Manifest“, dass unabhängig von allen aktuellen Schwankungen die Tendenz ganz klar ist: Social Business wird – analog zum Mooreschen Gesetz – in eine neue Stufe eintreten, die gekennzeichnet ist durch einen Qualitätssprung, der auf der Summierung all der vielen kleinen Fortschritte in den Bereichen Big Data, mobile Kommunikation, Applikationsentwicklung, Plattformdesign etc. beruht. Die Bereiche Arbeit, Business und Kommunikation verlieren zunehmend ihre Abgrenzung, werden barrierefrei. Die lästigen Kontextwechsel werden in allen Bereichen zunehmend unnötig, Kommunikationen werden dort möglich, wo sie gebraucht werden, ohne Kontextveränderungen, unternehmensintern, branchenbezogen, B2B, marktorientiert, etc. Damit wird das Bottom-Up-Prinzip gestärkt und die grundsätzliche Öffnung aller Bereiche für Innovation durch die Vielen ermöglicht.

„Social business platforms and model-driven development environments allows us to define processes in a fuzzy way and let people collaborating fill in the blanks. … The biggest opportunity here is to redesign processes to take advantage of ability of social business to allow hundreds or thousands of people to participate in a process in an orderly way. … The full potential of social business will be reached when there is no context switch required, when you have all the application and collaborative functionality in one unified environment. Combining model driven development, social business platforms, and existing applications can achieve this unity of work and collaboration. This synthesis represents the completion of the social business transformation.“

Dan Wood betont, dass sein Optimismus auf Einsichten in tatsächliche Entwicklungen in vielen Bereichen beruht, die er vor allem in Interviews mit führenden Vertretern der IT-Branche gewonnen hat. Sein Manifest ist also keine Vision üm üblichen Sinne, sondern eine Wegbeschreibung, allerdings mit positiver Wertung: „… we are far closer to the end of the journey than to the beginning.“

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Marken-Fanseiten bei Facebook, Infographik USA

28 Sep

Die Firma Lab42 hat eine interessante Infographik zur Akzeptanz von Facebook-Fanpages in den USA veröffentlicht.  Dort sind immerhin 87% der Befragten Fan einer Marken-Seite bei Facebook. Grundsätzlich finden 82% der Fanpage-Fans diesen Marketing-Weg gut, 75% fühlen sich der Marke dadurch stärker verbunden, 69% sind dabei einem Freund gefolgt. Die Begründungen für das Fan-Verhalten sind differenziert: Fanseiten sind interessanter als die Webseiten, Sonderangebote oder Neuigkeiten werden gut vermittelt und lokale Kontakte werden besser vermittelt.

Der letzte Aspekt wird übrigens zur Zeit auch in Deutschland von der Firma Base favorisiert. Fast 400 lokale Geschäftsstellen erhalten eigene Fanseiten bei Facebook, im Grunddesign einheitlich, individuell in der Pflege. Der tatsächliche Dialog mit den Kunden ist nach dem Besuch einzelner Seiten zu urteilen noch nicht wirklich sichtbar, aber dafür ist die Aktion wohl noch zu jung. Ein Grund für die Beliebtheit von Fanpages ist nach der Infographik der geldwerte Vorteil, das tatsächliche Realisieren von Kaufvorteilen. Andererseits kann man auch erkennen, dass die Fans nicht gerne mit Angeboten oder Informationen überschüttet werden wollen, zu viele Posts nerven und führen zu „unlike“-Verhalten.

Alles in allem scheint eine moderate Nutzung von Fanseiten bei Facebook gut angenommen zu werden, vermutlich auch in Deutschland.

 

Social Media Atlas 2012

27 Sep

Die aktuelle Version des Social Media Atlas Deutschland ist erschienen. Die zentralen Ergebnisse können der interaktiven Landkarte entnommen werden. Diesmal liegt Hessen vorn beim Zuwachs. Ansonsten sind die Ergebnisse den allgemeinen Erwartungen entsprechend: Facebook bleibt Favorit bei der Nutzung, Youtube schneidet in der Bewertung am besten ab, Google+ holt auf, Xing bleibt im Rennen. Die kritische Haltung gegenüber Informationen aus Social Media ist deutlicher geworden, auch gegenüber Unternehmensseiten. Dies sollte als Hinweis darauf verstanden werden, dass Ehrlichkeit auch im Netz weiterhin punktet. Die zentralen Aussagen kann man auch hier gut nachvollziehen.

Social Media und Human Resources

27 Sep

In einem Interview vom 26.09.2012 erläutern Anne Breitner und Michael Gattereder, welche Bedeutung Social Media heute für den Bereich Human Resources haben können. Gestützt auf Erfahrungen in Österreich, die sicher vergleichbar sind mit der Situation in Deutschland, betonen sie, dass die modernen Kanäle wie Facebook, Xing, Twitter u.ä. zunehmend in Recruiting und HR einbezogen werden. Von Bewerberseite aus geschehe dies vor allem über ein adäquates Identitätsmanagement bzw. berufsbezogenes Reputation Building einerseits und eine gezielte Information über potenzielle Arbeitgeber mit Social Media andererseits. Bei den Arbeitgebern führe die Öffnung gegenüber Scocial Media zumindest längerfristig zu einer Veränderung der Unternehmenskultur und der internen und externen Kommunikation. Anne Breitner betont: „Es braucht ein Bewusstsein, dass sich HR-Prozesse und -Aktivitäten wesentlich auf die Arbeitgebermarke auswirken. Deshalb ist es erforderlich, ein authentisches Employer Branding aufzubauen.“ Im Zuge solcher Prozesse könne sich die Unternehmenskultur deutlich verbessern:  „HR kann Social Media Tools als Kulturwerkzeug pro aktiv einsetzen und bestehende Programme optimal ergänzen. Im ersten Schritt bedeutet dies, die interne kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen. Wir interessieren uns für dasjenige, was uns nahe ist, das bedeutet, für soziale Aspekte von Menschen, die wir kennen. Im zweiten Schritt geht es darum, versteckte Kommunikationsbarrieren im Unternehmen zu erkennen und im dritten Schritt über die bestehenden HR-Prozesse gezielt zu transformieren. Die Ausrichtung auf den unternehmensinternen Personalmarkt, gespickt mit ein paar Marketingmaßnahmen, ist heute zu wenig. Die Inszenierung und der Stellenwert der Kommunikation sind heute wichtiger denn je.Diese Inszenierung kann sich sehr gut über Social Media vollziehen, wenn tendenziell alle Mitarbeiter einbezogen werden. Wie Gattereder hervorhebt, kann eine moderne HR-Arbeit „starre Strukturen aufbrechen und die strukturellen und prozessualen Voraussetzungen zur optimierten Implementierung der neuen Möglichkeiten schaffen.“

Social Media Marketing & Unternehmenskultur 2.0

24 Sep

Social Media Marketing ist hoch angesagt, in den USA schon fast im Sättigungsbereich angekommen, in Deutschland vor allem in KMU noch eher gering vertreten, aber zunehmend im Trend.

Für kleinere und mittlere Betriebe und Unternehmen erscheint die kostengünstige Realisierung attraktiv: Facebook-Seite einrichten, gestalten, ein wenig pflegen, fertig. Diese einfache Lösung erweist sich jedoch in den meisten Fällen als ineffektiv. Auf der Seite „passiert nichts“. Ähnliches gilt für andere Kanäle wie Twitter oder Xing.

Wo liegt der Fehler?

Sicher nicht in den Produkten oder Dienstleistungen, die vorgestellt werden, denn die haben sich ja offensichtlich auf dem Markt bewährt. „Der Fehler“ besteht vermutlich aus einer Kombination von vielen kleinen Fehlern beim Vorgehen. Social Media Marketing funktioniert nur mit einer komplexen Strategie. Man kann die Vorgehensweise auf wenige zentrale Schritte reduzieren, bleibt aber im Detail doch bei einer differenzierten Gesamtlösung:

–  Zielgruppe beschreiben (Wen will ich erreichen? Ist die Gruppe, auf die ich meine Angebote ausrichte,  wirklich mit Social Media zu erreichen? Welche Nutzertypen können sich in welchen        Anteilen in meiner Zielgruppe befinden?)

–  Ziele definieren (Meine Kunden besser verstehen, ihnen zuhören, ihre Meinung über Produkte und Dienstleistungen genau analysieren, Anregungen von ihnen aufnehmen und umsetzen. Einen Dialog aufbauen, mit Kunden sprechen, Kunden miteinander sprechen lassen, Mitarbeiter möglichst umfassend in den Dialog einbeziehen – auch und gerade jüngere – , offene und kreative Kommunikation zulassen, Kunden als Persönlichkeiten mit breit gefächertem Interessenspektrum respektieren. Die eigenen Kunden über Scocial Media als virale Vermarkter gewinnen, Schneeballeffekte nutzen, Bewertungen ermöglichen, online-„Mundpropaganda“. Schnelle Unterstützung von Kunden realisieren, Fragen beantworten, ggf. durch gezielten Einsatz bestimmter Mitarbeiter, möglicherweise auch durch Austausch von Kunden miteinander. Kunden innovativ und kreativ bei der Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen mitwirken lassen. Und nicht zuletzt: dem Kunden unaufdringlich Dank erweisen.)

–  Strategien entwickeln (Kundenbindung, -gewinnung. Innovation, Angebotsverbesserung. Corporate Identity: alle Mitarbeiter in die Social-Media-Arbeit einbeziehen, Verantwortlichkeiten festlegen, Kooperationen bewirken, Talente nutzen, Top-down abbauen, Bottom-up verstärken, klare Regeln diskutieren und festlegen, Aktivitäten honorieren.)

–  Technik auswählen (Welche Kanäle benutzen? Welche Kanäle wofür benutzen? Wie gestalten? Welches Mitarbeiter-Potenzial dafür nutzen? Monitoring – ggf. in welcher Form – einbeziehen? Technikveränderungen beobachten.)

Social-Media-Marketing-Lösungen sollten immer Gesamtlösungen sein und sind immer mit Auswirkungen auf die Unternehmenskultur verbunden, bei kluger Strategie mit langfristig positiven und produktiven Auswirkungen.