Tag Archives: Facebook

Sascha Lobo über Social Media und Werbung

28 Nov

Der bekannte Blogger Sascha Lobo hat in Spiegelonline einen sehr spannenden Artikel zu den Veränderungen im Werbungsmarkt veröffentlicht.

Seine zentrale These lautet: „Die sozialen Medien haben das Zeug, einen Teil der klassischen Werbung zu transformieren und einen anderen Teil zu vernichten. Samt der daranhängenden Geschäftsmodelle.“

Die Argumentation des Autors ist leicht nachvollziehbar, wenn man auch nur einigermaßen beobachtet, was sich im Bereich der Werbung über Social Media aktuell tut. Man muss nicht unbedingt die spektakulären Modelle wie Lady Gaga oder Felix Baumgartner (via Red Bull) fokussieren, um die Veränderungen zu sehen. Selbst auf der unteren Ebene der lokalen Autohäuser, Handwerker oder Dienstleister zeigen sich die Tendenzen sehr klar. Neue Produkte oder Dienstleistungen werden in Social Media wie Facebook intensiv beworben, mit einer Reichweite, die dem Zweck genau angepasst ist. Dabei werden die Vorteile ausgespielt, die Social Media hat: Dialog mit den Kunden, Interaktivität auch im Sinne von Peer2Peer-Interaktion, virales Marketing durch attraktive Gewinnspiele oder Mitmachaktionen, Bilder, Videos, Links etc. Hinzu kommt der interne Zugewinn für Unternehmen: Die Werbearbeit aktiviert zugleich Prozesse der Bildung neuer Unternehmenskultur, Mitarbeiter vom Azubi bis zum Manager können aktiv eingebunden werden. Wichtig sind auch die von Sascha Lobo angesprochenen Geschäftsmodelle: „Im 20. Jahrhundert waren des exklusiven Zugangs zur Reichweite wegen die Unternehmen abhängig von redaktionellen Medien. Diese Abhängigkeit löst sich langsam auf und dreht sich sogar um. Und das in allen Mediensegmenten.“

Fazit: Die Medienbranche ist in Bewegung, die klassischen Printmedien sind als Werbeträger unter einen enormen Konkurrenzdruck durch Social Media geraten, die Journalismusbranche muss hier reagieren. Im Endeffekt wird es wohl um ein Nebeneinander, nicht um ein Entweder-Oder gehen, wie Sascha Lobo betont.

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Nach Social Media kommt Social Business

6 Okt

Interview mit dem Markenexperten Dominique von Matt in „Basler Zeitung“

Christian Lüscher hat den Schweizer Experten und Dozenten Dominique von Matt zur Bedeutung von Social Media Marketing heute und in naher Zukunft interviewt. Die Aussagen sind so pointiert und überzeugend, dass ich sie hier zusätzlich zu dem Link veröffentlichen möchte.

Dominique von Matt geht von der bekannten Vorstellung aus, dass Märkte Gespräche sind und dass diese Gespräche zunehmend über Social Media stattfinden. Die Bedeutung dieser Tatsache erhöht sich noch durch den Umstand, dass ein großer Teil der User mobil online ist. Angesichts dieser Entwicklung sei es bedauerlich, dass in der Schweiz – und dies gilt sicher auch für Deutschland – lediglich ein Drittel der Unternehmen in Social Media präsent ist. Damit werde der anstehende nächste Schritt, der in den USA schon Realität ist, hinausgezögert: Von Social Media zu Social Business, vom Like-Button zum Buy-Button. Marketing habe sich grundlegend geändert: „Fakt ist, dass die Markeninhaber die Autonomie in der Markenführung verloren haben. Sie können heute keine Marke mehr bis ins letzte Detail kontrollieren. In diesem Umfeld ist es für eine Marke aber gerade besonders wichtig, klare Signale zu senden und zu wissen, was oder wie über sie gesprochen wird. … Tatsächlich ist es so, dass das soziale Netz jenen Marken gehört, die bei den Konsumenten im Leben eine wichtige Rolle spielen. Und da trifft man oft auf bekannte Namen wie Coca-Cola oder Apple. Aber auch für kleine Marken ist Platz da, sofern sie sich interessant präsentieren. Social Media sagen viel über die Markenstärke aus. Es muss der Ehrgeiz jeder Marke sein, sich mit Themen clever ins Gespräch zu bringen.“ Er bezieht diese Entwicklung bewusst nicht nur auf die großen Marken, es sei vielmehr ein Grundprinzip für alle Player auf diesem Feld: „Es braucht ständig Ideen und vor allem interessante und relevante Inhalte. Man darf auf Facebook und Twitter alles, aber nicht langweilig sein. … Es gibt heute kein Tricksen, kein Täuschen, keine Überversprechen mehr. Man muss absolut glaubwürdig sein und auf Augenhöhe kommunizieren.“ Dieser Trend werde sich noch verstärken durch die Entwicklung der mobilen Online-Kommunikation zur vorherrschenden Form.

Das Ziel im Social Media Marketing müsse heute sein: „… eine Community, die sich austauscht, engagiert und identifiziert“ aufbauen.

 

Marken-Fanseiten bei Facebook, Infographik USA

28 Sep

Die Firma Lab42 hat eine interessante Infographik zur Akzeptanz von Facebook-Fanpages in den USA veröffentlicht.  Dort sind immerhin 87% der Befragten Fan einer Marken-Seite bei Facebook. Grundsätzlich finden 82% der Fanpage-Fans diesen Marketing-Weg gut, 75% fühlen sich der Marke dadurch stärker verbunden, 69% sind dabei einem Freund gefolgt. Die Begründungen für das Fan-Verhalten sind differenziert: Fanseiten sind interessanter als die Webseiten, Sonderangebote oder Neuigkeiten werden gut vermittelt und lokale Kontakte werden besser vermittelt.

Der letzte Aspekt wird übrigens zur Zeit auch in Deutschland von der Firma Base favorisiert. Fast 400 lokale Geschäftsstellen erhalten eigene Fanseiten bei Facebook, im Grunddesign einheitlich, individuell in der Pflege. Der tatsächliche Dialog mit den Kunden ist nach dem Besuch einzelner Seiten zu urteilen noch nicht wirklich sichtbar, aber dafür ist die Aktion wohl noch zu jung. Ein Grund für die Beliebtheit von Fanpages ist nach der Infographik der geldwerte Vorteil, das tatsächliche Realisieren von Kaufvorteilen. Andererseits kann man auch erkennen, dass die Fans nicht gerne mit Angeboten oder Informationen überschüttet werden wollen, zu viele Posts nerven und führen zu „unlike“-Verhalten.

Alles in allem scheint eine moderate Nutzung von Fanseiten bei Facebook gut angenommen zu werden, vermutlich auch in Deutschland.

 

Social Media Atlas 2012

27 Sep

Die aktuelle Version des Social Media Atlas Deutschland ist erschienen. Die zentralen Ergebnisse können der interaktiven Landkarte entnommen werden. Diesmal liegt Hessen vorn beim Zuwachs. Ansonsten sind die Ergebnisse den allgemeinen Erwartungen entsprechend: Facebook bleibt Favorit bei der Nutzung, Youtube schneidet in der Bewertung am besten ab, Google+ holt auf, Xing bleibt im Rennen. Die kritische Haltung gegenüber Informationen aus Social Media ist deutlicher geworden, auch gegenüber Unternehmensseiten. Dies sollte als Hinweis darauf verstanden werden, dass Ehrlichkeit auch im Netz weiterhin punktet. Die zentralen Aussagen kann man auch hier gut nachvollziehen.