Tag Archives: Innovation
10 Okt

Ein hervorragender Beitrag zur Systemtheorie, speziell der Interventionstheorie von Helmut Willke. Der Aufsatz passt insofern gut zu meinem Blog, als er die Grundlagen beschreibt für die Veränderungen von Systemen unter der Bedingung zunehmender Komplexität. Ich werde diesen Ansatz demnächst hier aufnehmen unter Einbeziehung neuerer Ansätze in der Systemtheorie, z.B. der Quadruple- bzw. N-tuple-Helix-Theorie. Mit diesen Ansätzen lassen sich m.E. viele Probleme in Bereichen wie Unternehmenskultur, Marketing, Kommunikation oder auch Übergang Schule-Beruf oder Karriereplanung gut beschreiben.

shift.

Willke, Helmut, Systemtheorie: Systemtheorie 2. Interventionstheorie: Grundzüge einer Theorie der Intervention in komplexe Systeme, Stuttgart 2005Mein Ausgangspunkt für die Propagierung des Buchs von Helmut Willke sind zwei häufig von Lehrern beklagte Probleme, die nach der Lektüre besser zu verstehen sind. Und ein adäquates Verständnis von Problemen ist, wie wir wissen, die Voraussetzung für einen angemessenen Umgang mit ihnen.

Das erste Problem ist durch folgende Stichworte gekennzeichnet: Immer mehr „Risikoschüler“; immer mehr Schulversagen; immer mehr Schulangst (bei Schülern wie bei Lehrern, bei letzteren Burnout genannt); immer mehr Schulschwänzer; immer drängender die warnenden Stimmen aus Wirtschaft und Bildungsforschung, dass die Schule nicht (mehr) fürs Leben bilde. Und dies alles trotz mittlerweile 4 Jahrzehnte fortlaufender Reformbemühungen. Und dann das noch obendrauf: Knast für die schulschwänzenden 14-Jährigen als Therapie des Problems.  Und das bei gleichzeitigen Sparmaßnahmen und Kürzungen an verschiedenen Stellen des Bildungssystems. Irgendetwas läuft doch ganz offensichtlich dauerhaft und inzwischen schon generationenlang schief. Mancher möchte verzweifeln, weinen und laut schreien: „JA BEGREIFT IHR DENN GAR NICHTS?“

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Completing the Social Business Transformation: A Manifesto

30 Sep

Forrester Social Innovation Era by mattiasostmar

Completing the Social Business Transformation: A Manifesto 

Dan Woods in Forbes vom 28.09.2012

In vielen Artikeln aus unterschiedlichen Richtungen wurde in letzter Zeit darauf hingewiesen, dass der Hype um Social Media zumindest in Amerika langsam abnimmt. Ein Hintergrund dafür war sicherlich die erkennbare Sättigung, die auch für Deutschland daran ablesbar ist, dass bereits die Youngsters mit 9-10 Jahren fast komplett im Internet unterwegs sind, wie auch immer. Hinzu kamen die Turbulenzen um Facebooks Börsenauftritt. Dies hat jedoch nichts mit dem eigentlichen Fortschritt in Sachen Social Business zu tun.

Dan Wood beschreibt in seinem „Manifest“, dass unabhängig von allen aktuellen Schwankungen die Tendenz ganz klar ist: Social Business wird – analog zum Mooreschen Gesetz – in eine neue Stufe eintreten, die gekennzeichnet ist durch einen Qualitätssprung, der auf der Summierung all der vielen kleinen Fortschritte in den Bereichen Big Data, mobile Kommunikation, Applikationsentwicklung, Plattformdesign etc. beruht. Die Bereiche Arbeit, Business und Kommunikation verlieren zunehmend ihre Abgrenzung, werden barrierefrei. Die lästigen Kontextwechsel werden in allen Bereichen zunehmend unnötig, Kommunikationen werden dort möglich, wo sie gebraucht werden, ohne Kontextveränderungen, unternehmensintern, branchenbezogen, B2B, marktorientiert, etc. Damit wird das Bottom-Up-Prinzip gestärkt und die grundsätzliche Öffnung aller Bereiche für Innovation durch die Vielen ermöglicht.

„Social business platforms and model-driven development environments allows us to define processes in a fuzzy way and let people collaborating fill in the blanks. … The biggest opportunity here is to redesign processes to take advantage of ability of social business to allow hundreds or thousands of people to participate in a process in an orderly way. … The full potential of social business will be reached when there is no context switch required, when you have all the application and collaborative functionality in one unified environment. Combining model driven development, social business platforms, and existing applications can achieve this unity of work and collaboration. This synthesis represents the completion of the social business transformation.“

Dan Wood betont, dass sein Optimismus auf Einsichten in tatsächliche Entwicklungen in vielen Bereichen beruht, die er vor allem in Interviews mit führenden Vertretern der IT-Branche gewonnen hat. Sein Manifest ist also keine Vision üm üblichen Sinne, sondern eine Wegbeschreibung, allerdings mit positiver Wertung: „… we are far closer to the end of the journey than to the beginning.“