Tag Archives: Social Business

Nach Social Media kommt Social Business

6 Okt

Interview mit dem Markenexperten Dominique von Matt in „Basler Zeitung“

Christian Lüscher hat den Schweizer Experten und Dozenten Dominique von Matt zur Bedeutung von Social Media Marketing heute und in naher Zukunft interviewt. Die Aussagen sind so pointiert und überzeugend, dass ich sie hier zusätzlich zu dem Link veröffentlichen möchte.

Dominique von Matt geht von der bekannten Vorstellung aus, dass Märkte Gespräche sind und dass diese Gespräche zunehmend über Social Media stattfinden. Die Bedeutung dieser Tatsache erhöht sich noch durch den Umstand, dass ein großer Teil der User mobil online ist. Angesichts dieser Entwicklung sei es bedauerlich, dass in der Schweiz – und dies gilt sicher auch für Deutschland – lediglich ein Drittel der Unternehmen in Social Media präsent ist. Damit werde der anstehende nächste Schritt, der in den USA schon Realität ist, hinausgezögert: Von Social Media zu Social Business, vom Like-Button zum Buy-Button. Marketing habe sich grundlegend geändert: „Fakt ist, dass die Markeninhaber die Autonomie in der Markenführung verloren haben. Sie können heute keine Marke mehr bis ins letzte Detail kontrollieren. In diesem Umfeld ist es für eine Marke aber gerade besonders wichtig, klare Signale zu senden und zu wissen, was oder wie über sie gesprochen wird. … Tatsächlich ist es so, dass das soziale Netz jenen Marken gehört, die bei den Konsumenten im Leben eine wichtige Rolle spielen. Und da trifft man oft auf bekannte Namen wie Coca-Cola oder Apple. Aber auch für kleine Marken ist Platz da, sofern sie sich interessant präsentieren. Social Media sagen viel über die Markenstärke aus. Es muss der Ehrgeiz jeder Marke sein, sich mit Themen clever ins Gespräch zu bringen.“ Er bezieht diese Entwicklung bewusst nicht nur auf die großen Marken, es sei vielmehr ein Grundprinzip für alle Player auf diesem Feld: „Es braucht ständig Ideen und vor allem interessante und relevante Inhalte. Man darf auf Facebook und Twitter alles, aber nicht langweilig sein. … Es gibt heute kein Tricksen, kein Täuschen, keine Überversprechen mehr. Man muss absolut glaubwürdig sein und auf Augenhöhe kommunizieren.“ Dieser Trend werde sich noch verstärken durch die Entwicklung der mobilen Online-Kommunikation zur vorherrschenden Form.

Das Ziel im Social Media Marketing müsse heute sein: „… eine Community, die sich austauscht, engagiert und identifiziert“ aufbauen.

 

Advertisements

Completing the Social Business Transformation: A Manifesto

30 Sep

Forrester Social Innovation Era by mattiasostmar

Completing the Social Business Transformation: A Manifesto 

Dan Woods in Forbes vom 28.09.2012

In vielen Artikeln aus unterschiedlichen Richtungen wurde in letzter Zeit darauf hingewiesen, dass der Hype um Social Media zumindest in Amerika langsam abnimmt. Ein Hintergrund dafür war sicherlich die erkennbare Sättigung, die auch für Deutschland daran ablesbar ist, dass bereits die Youngsters mit 9-10 Jahren fast komplett im Internet unterwegs sind, wie auch immer. Hinzu kamen die Turbulenzen um Facebooks Börsenauftritt. Dies hat jedoch nichts mit dem eigentlichen Fortschritt in Sachen Social Business zu tun.

Dan Wood beschreibt in seinem „Manifest“, dass unabhängig von allen aktuellen Schwankungen die Tendenz ganz klar ist: Social Business wird – analog zum Mooreschen Gesetz – in eine neue Stufe eintreten, die gekennzeichnet ist durch einen Qualitätssprung, der auf der Summierung all der vielen kleinen Fortschritte in den Bereichen Big Data, mobile Kommunikation, Applikationsentwicklung, Plattformdesign etc. beruht. Die Bereiche Arbeit, Business und Kommunikation verlieren zunehmend ihre Abgrenzung, werden barrierefrei. Die lästigen Kontextwechsel werden in allen Bereichen zunehmend unnötig, Kommunikationen werden dort möglich, wo sie gebraucht werden, ohne Kontextveränderungen, unternehmensintern, branchenbezogen, B2B, marktorientiert, etc. Damit wird das Bottom-Up-Prinzip gestärkt und die grundsätzliche Öffnung aller Bereiche für Innovation durch die Vielen ermöglicht.

„Social business platforms and model-driven development environments allows us to define processes in a fuzzy way and let people collaborating fill in the blanks. … The biggest opportunity here is to redesign processes to take advantage of ability of social business to allow hundreds or thousands of people to participate in a process in an orderly way. … The full potential of social business will be reached when there is no context switch required, when you have all the application and collaborative functionality in one unified environment. Combining model driven development, social business platforms, and existing applications can achieve this unity of work and collaboration. This synthesis represents the completion of the social business transformation.“

Dan Wood betont, dass sein Optimismus auf Einsichten in tatsächliche Entwicklungen in vielen Bereichen beruht, die er vor allem in Interviews mit führenden Vertretern der IT-Branche gewonnen hat. Sein Manifest ist also keine Vision üm üblichen Sinne, sondern eine Wegbeschreibung, allerdings mit positiver Wertung: „… we are far closer to the end of the journey than to the beginning.“